"Ein Mondbaum für das Verkehrshaus Schweiz"

Ehrung für den Astronauten Claude Nicollier
Dieser Bericht ist von der NZZ / Alois Feusi, Luzern

Das Verkehrshaus in Luzern hat eine Attraktion mehr: Die Tochter des Astronauten Stuart Roosa pflanzte den Ableger eines Bergahorns, dessen Samen zum Mond geflogen war. Ausserdem wurde der Astronaut Claude Nicollier für seine Verdienste geehrt.

Am Samstagvormittag hat das Verkehrshaus in Luzern eine Premiere erlebt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Von der Erde zum Mond» pflanzte Rosemary Roosa, die Tochter des Astronauten Stuart Roosa, beim Biotop Hans Erni einen Ableger eines sogenannten Mondbaums. 2011 ist das internationale Jahr der Wälder, und der knapp einen Meter hohe Bergahorn ist der erste Mondbaum in Europa. Es sei nicht einfach gewesen, den Setzling durch den Schweizer Zoll zu bringen, erzählt Rosemary Roosa. Sie habe allen Humus vom Wurzelwerk abstreifen müssen, um sicherzustellen, dass keine Keime eingeschleppt würden. «Deshalb sieht der Baum jetzt etwas struppig aus. Aber er wird sich bestimmt erholen», glaubt die Psychologiedozentin an der Tulane University in New Orleans.
Ein Ableger für jedes Land

Die Mondbäume wurden aus den rund 450 Samen gezogen, die Stuart Roosa als Pilot der Kommando- und Rückkehrkapsel von Apollo 14 auf die Reise zum Mond mitgenommen hatte. Roosa hatte einst für die nationale Forstbehörde Löschflugzeuge pilotiert. Der Forest Service wollte herausfinden, welche Auswirkungen der Aufenthalt im All auf die Samen hat. Ab 1975 gab die Behörde die Setzlinge ab. Der Grossteil wurde im Rahmen der 200-Jahr-Feiern der amerikanischen Unabhängigkeit 1976 eingepflanzt. Der Luzerner «sycamore tree» stammt von einem Baum auf dem Gelände der State University von Mississippi, Roosas Heimatstaat. Seine Tochter hofft, dereinst in jedem Land der Erde einen Mondbaum pflanzen zu können, um die Jugend auf diese Weise für die Wissenschaft zu begeistern. Seit den Zeiten seines Gründungsdirektors Alfred Waldis räumt das Schweizer Verkehrsmuseum der Raumfahrt viel Platz ein. Waldis holte bereits 1966 John Glenn, den ersten Amerikaner im All, in die Schweiz. Zur Eröffnung der Halle für Luft- und Raumfahrt am 1. Juli 1972 reisten Glenn und Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, gemeinsam mit dem damaligen Nasa-Direktor James Fletcher an. Viele weitere amerikanische, russische und europäische Raumfahrer zählten und zählen seither zu den Gästen des Hauses, das auch als Vorbild für den Aufbau des Smithsonian National Air and Space Museum in Washington diente. Organisiert hat die Apollo-Veranstaltung allerdings nicht das Verkehrshaus, sondern Lukas Viglietti, der Gründer der Swiss Apollo Association. Der 42-jährige Swiss-Pilot hatte als 8-jähriger Knabe Feuer für die Raumfahrt gefangen, als er den Apollo-15-Astronauten James Irwin traf. «Er war einer jener Menschen, die Grossartiges geleistet haben, ohne dass ihnen danach der Erfolg zu Kopf stieg», schwärmt Viglietti noch heute. Im Rahmen der Weltraum-Tage wurde die Hall of Fame im Raumfahrtbereich eingeweiht, und im Filmtheater gab es je eine Konferenz in deutscher und französischer Sprache zu der Mission Apollo 16. Der Astronaut Charles Duke erzählte höchst unterhaltsam von seiner elftägigen Reise zum Erdtrabanten, der Berner Physiker Johannes Geiss erklärte die wissenschaftlichen Ziele der Mission, an welcher sein Institut beteiligt war, und der Schweizer Astronaut Claude Nicollier berichtete von seinen vier Einsätzen an Bord der Spaceshuttles.
Bescheiden und kompetent

Das im Staatssekretariat für Bildung und Forschung angesiedelte Swiss Space Office nutzte die Veranstaltung in Luzern, um Nicolliers Verdienste für die Forschung und das Renommee der Schweiz als Wissenschaftsstandort zu würdigen. Alt Bundesrat Samuel Schmid, der der Raumfahrt unter anderem über seine rund 20-jährige Mitgliedschaft im Verein des International Space Science Institute in Bern verbunden ist, lobte Nicollier als Botschafter für die Schweiz, der sein Land und dessen Stärken in Europa und der Welt auf würdige Weise vermittelt habe. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Persönlichkeit des Waadtländer Raumfahrers. Claude Nicollier sei, so sagte Schmid am Rande der Feier, ein Vorbild an «Schlichtheit, Bescheidenheit und Kompetenz».Dieser Bericht ist von der NZZ / Alois Feusi, Luzern

 

 

Hier unser Beitrag
von der GWP mit Bildern!

Der Film über diesen Anlass von Swiss Apollo!


Hier einmal die Aussicht des GWP-Reporters / Computerplatz
auf seine Bäume.